Letzte Aktualisierung am 28. Juli 2014

 

Viel Fleisch und eine Hymne


Kommentare: 0

Andere Götter, andere Sitten

Walter Horn aus Ried, Tips Redaktion, erstellt am 05.06.2012, 18:00 Uhr


Dietmar Füssel bei einer Lesung im KiK (Foto: Jakob Preiss)  

RIED IM INNKREIS. Der Rieder Schriftsteller Dietmar Füssel präsentierte vor einigen Wochen ein neues Buch, einen Erzählband mit dem Titel „Götter und ihre Fans" (Arovell Verlag). Am 12. Juni liest er daraus im KiK.
„Götter und ihre Fans – Ein Streifzug durch die wundervolle Welt des Glaubens" handelt, wie Füssel erklärt, von unsichtbaren, unhörbaren, unriechbaren und unfühlbaren Wesen, von deren Wohlwollen angeblich die Qualität unseres postmortalen Daseins abhängt, weshalb ihre Anhänger durch die Befolgung zahlloser bizarrer Vorschriften und Rituale versuchen, sich bei ihnen einzuschleimen. Andererseits kam es durch Unkenntnis der Vorschriften und Rituale fremder Religionen häufig zu folgenschweren Missverständnissen und Fehlinterpretationen, zu deren Verhinderung dieses Buch durchaus einen marginalen Beitrag leisten kann, wie der Autor hofft. Er rät aber Menschen mit leicht verletzbaren religiösen Gefühlen dringend von der Lektüre dieses Buches und vom Besuch der Lesung ab. Weil sich Erkenntnisgewinn und Frömmigkeit nicht besonders gut vertragen, könne er nicht für die Unversehrtheit der religiösen Gefühle seiner Leser garantieren.
 
Mit Witz und überschaubarem Respekt vor religiösen Riten beantwortet Füssel unter anderem Fragen wie: Warum ist es nicht unbedingt ein Beweis für eheliche Untreue, wenn man seine Frau mit einem nackten Mann im Schlafzimmer überrascht? Was haben Truthühner mit panthokanarischen Beschneidungsritualen zu tun? Warum sind einige Obstsorten zwar gesund für den Körper, doch schädlich für die Seele? Und was sind Panthokanarier überhaupt?
 
Wie schon bei Füssels letzter Buchpräsentation wird wieder Mony Hemetsberger für das leibliche Wohl der Gäste sorgen – mit Göttertrank und panthokanarischem Truthahn a la Tulpah.
 
Zuletzt veröffentlichte Füssel die Bildgeschichte „Gelsomina – eine Mückengeschichte in sieben Stichen", den satirischen Roman „Diesseits von Eden" und die Lyriksammlung „Leidenschaft – Lateinamerikanische Liebesgedichte".

  

MEIN NEUES BUCH

DER STADTSCHREIBER

Satirischer Roman

Hans Pribil ist ein erfolgloser Schriftsteller aus Wien. Deshalb zögert er nicht lange, als er eines Tages die Einladung erhält, das Amt des Stadtschreibers in Eden zu übernehmen. Dieses irgendwo in Niederösterreich gelegene, geheimnisumwitterte Eden ist eine seit Jahrzehnten von der Außenwelt völlig abgeschnittene Enklave, deren Einwohner das Ziel verfolgen, die uralte Utopie des idealen Staats zu verwirklichen. Pribil, den die Aussicht, ein Jahr lang weder für Kost noch Logis aufkommen zu müssen, ebenso beflügelt wie die Hoffnung, mit einem Enthüllungsbericht über den mysteriösen Kleinstaat seinen literarischen Durchbruch zu schaffen, ahnt allerdings nicht, dass die Edener Staatsführung gar nicht daran denkt, ihn wieder ausreisen zu lassen.

 

„Der Stadtschreiber“ ist ein satirischer Roman über die Manipulationen fanatischer Menschheitsbeglücker, die naive Dummheit der ihnen blindlings ergebenen Untertanen und über die von Diktatoren mit Recht gefürchtete Macht des Gelächters.