Letzte Aktualisierung: 27. Mai 2017

 

DIETMAR FÜSSEL

TEXT DES MONATS JUNI 2017

PROLOG

(Vorrede einer Lesung)

Meine Damen, meine Herren, Sie sehen mich, der ich hier vor Ihnen stehe, bescheiden und demütig.

Ich bin voll Vertrauen in die fachliche Qualität Ihrer Kritik und werde sie daher, sei sie auch vernichtend, akzeptieren.

Freilich bitte ich Sie, zu berücksichtigen, dass ich nur Ausschnitte aus meinem Roman vorlesen kann - sollten also gewisse Passagen für Sie nicht klar verständlich erscheinen, so seien Sie versichert, dass diese an anderen Stellen des Buches, die zu lesen mir die Zeit fehlt, erklärt werden.

Vorausschicken darf ich noch, dass mich das Thema meines Romans sehr betrifft und mir unerhört wichtig erscheint: Ich schildere die unglückliche Liebe eines jungen Mannes zu einer jungen Frau, was, wie sich Ihrer Vorstellungskraft wohl kaum entziehen dürfte, nicht ganz ohne schwerste seelische Konflikte ablaufen kann.

Obzwar dieweil durch die Maschen unerbittlichen Geschicks Hoffnungsschimmer flimmern wie sanftes Mondlicht durch herbstliche Zedern in indischer Landschaft, ist allein die Systematik des Verhängnisses für mich erschreckend.

Bittere Tränen weinte ich, heiße Zähren, als ich diese tragische Geschichte mit meinem Herzblut schrieb - und sollten Ihre Augen, werte Zuhörerinnen und Zuhörer, nicht übergehen ob des Unglücks der Liebenden, so müsste ich das allerdings - bei aller Wertschätzung - als Zeichen größten Banausentums ansehen.

Im übrigen aber bin ich - abgesehen noch von stilistischen Einwänden, denn was können Sie, die Sie nur Bruchstücke meines Romans kennenlernen werden, über meine stilistischen Absichten wissen - für jede Kritik offen und werde sie dankbar beherzigen.

Ich danke Ihnen schon jetzt für Ihr unübertreffliches Einfühlungsvermögen.

(Aus meinem Erzählband 'Wirf den Schaffner aus dem Zug')

 

 

 

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MEIN NEUES BUCH

WIEDERHOLTE GEBURTEN

Historische Roman

WIEDERHOLTE GEBURTEN

Historischer Roman

 

Das Alte Ägypten im dreizehnten vorchristlichen Jahrhundert:
Der erfolgreiche Frauenarzt Merirê ist wegen der vorschriftswidrigen Behandlung einer Hofdame am Königshof in Ungnade gefallen. Eines Tages aber befiehlt Ramses II. ihn überraschend zu sich und erteilt ihm den Auftrag, gemeinsam mit dem Amun-Priester Rahotep in die Hauptstadt des verfeindeten Hethiterreichs zu reisen, um der sechzigjährigen Schwester des Großkönigs noch einmal zu einer Schwangerschaft zu verhelfen - der Vorwand für eine heikle diplomatische Mission. Dort lernt Merirê die schöne und kluge Hofdame Lavinia kennen, eine enge Vertraute der Königin, die zur großen Liebe seines Lebens wird.
Doch seine Ehe mit einer Hethiterin steht in unvereinbarem Widerspruch zu den geheimen Plänen des Pharaos...
 

Packend, leidenschaftlich und mit großer Sachkenntnis erzählt Dietmar Füssel von Autokratie, politischer Ränke, verlogener Staatsräson, Korruption, Heuchelei und Gewalt, aber auch von wirklicher Freundschaft und wahrer Liebe im Alten Ägypten.“ (Ingrid Führer)